Intendons

Das Fasziensystem
Intendons – eine Methode zur mentalen Aktivierung des Fasziensystems

Intendons bietet die Möglichkeit selbstwirksam am eigenen Fasziensystem zu arbeiten.

Gähnen als Initialzündung

Als ich eines schönen Tages in Internet-Foren zu Gesundheitsthemen surfte, landete ich zufällig bei einem interessanten Beitrag über „Intendons“. In diesem Beitrag wurde auf eine Übung verwiesen, in der über eine Art gedanklicher Aktivierung der am Gähnen beteiligten Muskeln eine schlaffördernde Entspannung erreicht werden sollte. Ich hatte gerade nichts besseres zu tun und probierte die Übung aus, mit dem Effekt, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu gähnen. Meine Neugier war geweckt, ich begann sofort, mich auf der Intendons-Homepage weiter zu informieren und auch einige andere Übungen zu versuchen. Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass diese neue Methode meine Arbeit radikal verändern sollte.

Selbstversuche

Um mehr über Intendons zu erfahren besorgte ich mir als nächstes das Buch „Sensationen in den Sehnen“ von Harald Xander. Auf diese Weise ausgestattet mit einer Menge inspirierenden Materials begann ich nun ausgiebig mit mir selbst zu experimentieren. Besonders interessant für mich war die grundlegende Wirkung aller Intendons-Übungen auf die beiden großen Diaphragmen des menschlichen Körpers: Beckenboden und Zwerchfell. In meinem Kopf formte sich die Idee, mit Hilfe von Intendons den Zustand nach meiner osteopathischen Behandlung wieder selbstwirksam herstellen zu können.

Der erste Effekt, der sich nach fleißigem Üben bald einstellte war, dass ich ein sehr genaues Gefühl für die Anspannung im Zwerchfell und die daraus resultierende Einschränkung meines Atemvolumens entwickelte. Es dauerte dann allerdings noch etwas, bis ich tatsächlich wieder vollkommen durchatmen konnte. Ermutigt durch diesen ersten Erfolg nahm ich auch meine anderen „Körperbaustellen“ in Angriff: Die hochgezogenen Schultern, das Zähnepressen und ein sich mehr und mehr abzeichnendes Hohlkreuz. Es war mir möglich auf sämtlichen Gebieten deutliche Verbesserungen zu erzielen. Auch psychisch waren Veränderungen wahrnehmbar, ich hatte meine Ängste wesentlich besser unter Kontrolle und war weniger stressanfällig.

Intendons und das Cranio-sacrale System

Die mittlerweile selbst erfahrene Wirkung von Intendons auf Zwerchfell und Beckenboden führte mich dann noch auf eine weitere Spur: Es müsste doch möglich sein, die bei der Craniosacral-Ausbildung erlernten Techniken so auf Intendons-Übungen zu übertragen, dass ein vergleichbarer Effekt entsteht. Nach zahlreichen Selbstexperimenten hatte ich für mich das Gefühl am Ziel zu sein.

Jetzt  brauchte ich nur noch eine Person, welche in der Lage war meine Therapieergebnisse zu überprüfen (Die Auswirkungen einer Craniosacral-Behandlung lassen sich sehr unmittelbar an einer Veränderung der rhythmischen Bewegungen – zum Beispiel in Form von mehr Symmetrie oder einer größeren Amplitude – feststellen). Zufällig lernte ich kurze Zeit später eine Physiotherapeutin mit einschlägiger Ausbildung kennen. Sie bestätigte mir eine eindeutige Wirkung meiner Methoden auf den Craniosacral-Rhythmus. Ich war wie elektrisiert, es war also offensichtlich möglich selbstwirksam an seinem craniosacralen System zu arbeiten. Am meisten faszinierte mich wieder der Effekt im Bereich des Schädels: Es war ja anfangs schon schwer genug nachzuvollziehen, dass es Bewegungen in diesem Bereich gibt und dass man diese Bewegungen mit ganz sanften Manipulationen beeinflussen kann; die Beobachtung jedoch, dass man hier sogar „von innen heraus“ etwas bewirken kann war einfach unglaublich.

Erste Begegnung mit Harald Xander

Der nächste Schritt, der nicht lange auf sich warten ließ, war die Teilnahme an einem Übungsabend mit Harald Xander. Diese Veranstaltung fand in den Räumen einer Kollegin statt. Nachdem ich bis zu diesem Zeitpunkt Intendons ausschließlich in der Selbstanwendung genutzt hatte, bekam ich hier die Gelegenheit, Erfahrungen mit der Einbindung der Methode in die praktische Arbeit mit Patienten zu machen. Sich an dieses Arbeitstreffen anschließende erste Anwendungsversuche an Familienmitgliedern und Freunden waren äußerst vielversprechend, so dass ich es mir dann endlich zutraute, Intendons in meine tägliche Arbeit in der Praxis zu integrieren.

 

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