Körperpsychotherapie

Bisher war das Thema meiner Beiträge eher die Arbeit an psychischen Hintergründen im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden, in diesem Beitrag möchte ich nun auf die gezielte Behandlung von psychologisch-emotionalen Themen eingehen.

 

Psychotherapeutische Behandlung

Ängste und Depresssion
Ängste und Depression

Nachdem ich bei meinen Fasziencoaching-Sitzungen immer wieder erleben durfte, wie nachhaltig sich diese Form  der körperlichen Behandlung auch auf die Psyche meiner Patienten auswirkte, begann ich schließlich damit, Themen wie Ängste und Depressionen auf der Körperebene zu behandeln. Auch hier steht am Anfang jeder Sitzung eine meist von der Körperperipherie ausgehende Entspannung. Sich daran anschließend bitte ich den Patienten/die Patientin, sich mental in typische, seine/ihre Beschwerden auslösende Situationen oder Denkmuster zu versetzen und gleichzeitig auftretende Körperreaktionen zu beobachten.

 

Fasziendialog

Die Körperstellen, welche sich im Zusammenhang mit den individuellen Themen „zeigen“ behandle ich dann unmittelbar. Die von den Patienten wahrgenommenen Bereiche ihres Körpers zeichnen sich fast immer durch deutlich tastbare Gewebsauffälligkeiten – zum Beispiel in Form von Verfestigungen, veränderter Verschiebbarkeit, Temperaturveränderung etc. (vergl. „Energiezyste“) –  aus. Gemeinsam mit meinen Patienten ermittle ich anschließend welche Form der Behandlung dieser Stellen sich für sie „richtig“ anfühlt. Während ich dann den entsprechenden Bereich behandle fordere ich den Patienten auf, weiterhin auf eventuell neu auftretende Körperreaktionen oder Veränderungen der Gefühlslage zu achten. Gleichzeitig bekommt er den Auftrag, meine Arbeit durch eine innere Aktivierung des Gewebes zu unterstützen.

Trancearbeit

Die starke Konzentration auf den Körper lässt ganz nebenbei das konditionierte Denken zur Ruhe kommen und begünstigt einen Trancezustand, welcher dann den Zugang zu unterbewussten Inhalten erleichtert. Ähnlich wie in einer klassischen Hypnosesitzung werden so verdrängte Erinnerungen aber auch blockierte Lösungsansätze zugänglich gemacht. Sehr häufig erlebe ich während solcher Behandlungen, dass insbesondere Kindheitserinnerungen wieder lebendig werden; die entsprechenden Ereignisse können dann im geschützten Rahmen des therapeutischen Settings aus einem größeren Abstand heraus betrachtet und angemessen bewertet werden.

Neutralität

Bei dieser Arbeit ist es ausgesprochen wichtig als Therapeut eine möglichst annehmende und gleichzeitig neutrale Haltung einzunehmen. So versuche ich immer die verbalen sowie die körperlichen Äußerungen meiner Patienten einfach nur achtsam wahr zu nehmen ohne sie zu interpretieren oder zu bewerten. Ich lasse mich gleichsam von dem überraschen, was sich während einer Sitzung zeigt und maße mir nicht an schon vorher zu wissen, wie das Ergebnis auszusehen hat. Im Vergleich zu einer rein psychotherapeutischen Behandlung fällt es mir, durch die bei der Arbeit am Bindegewebe im hohen Maße erforderliche Präsenz, wesentlich leichter diese Haltung einzunehmen.

 

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